ADAC Vorderpfalz Classic zum Dritten

– Dritte Auflage der ADAC Vorderpfalz Classic startet am 3. und 4. September in Speyer

– Rollendes Museum mit 120 Oldtimern der Baujahre 1934 bis 1976 stellen ihre Zuverlässigkeit unter Beweis

Wer weiß heute schon noch, wie ein BMW 315/1 von 1934 oder ein Jaguar 100 SS von 1937 aussieht? Was für ein Fahrzeug fuhren die amerikanische Farmer im Mittleren Westen des Jahres 1942? Welche Fahrzeuge außer dem VW Käfer belebten unsere Straßen in den Jahren, als die „68´er“ Generation ihren Protest auf die Straße trug? Antworten auf all diese Fragen bekommt man bei der 3. ADAC Vorderpfalz Classic, einer Gleichmäßigkeitsfahrt über 400 km Streckenlänge durch die Pfalz am 3. und 4. September 2004.

An zwei Tagen werden die 120 Teams eine vorgeschriebene Strecke quer durch die Pfalz an Hand des sogenannten „Roadbooks“ absolvieren. Für die Beifahrer, die ihren Piloten den rechten Weg weisen, ist das noch eine von den einfachen Aufgaben. Die Entscheidung über den Sieg fällt auf den 14 Gleichmäßigkeitsprüfungen mit insgesamt 100 km Länge, die in einer exakt vorgegebenen Zeit zu durchfahren sind. Jede Zehntelsekunde Abweichung an geheimen Zeitkontrollen wird mit einem Strafpunkt „belohnt“. Dennoch gibt es Spezialisten, die es schaffen, fast ohne Strafpunkte über die Distanz zu kommen. Der richtige Umgang mit Stoppuhr, Schnitttabelle und Roadbook ist der Schlüssel zum Erfolg und erfordert einen guten Beifahrer.

Und davon gibt es reichlich. In der Starterliste finden sich so renommierte Beifahrer wie der Europa-Rallyemeister von 1974, Jochen Berger, der mit der österreichischen Rallyelegende Sepp Haider auf einem Opel Kadett B Rallye 1900 (Baujahr 1971) aus dem Opel-Werksmuseum starten wird. Überhaupt sind die sportlichen Opel bei derVorderpfalz Classic gut vertreten: Die Deutschen Rallyemeister von 1974, der Schwede Lars Carlsson mit seinem Copiloten Peter Petersen fahren einen heißen Opel Ascona des Tuners Irmscher mit über 200 PS-Leistung. Walter Smolej mit dem Journalisten Bernd Ostmann werden einen Opel Kadett GT/E aus dem Opelmuseum fahren, das Originalfahrzeug, mit dem einst Walter Röhrl/Jochen Berger bei der Rallye Monte Carlo 1976 Platz 4 hinter drei Lancia Stratos belegten. Typen wie der Opel Ascona oder die Sportmodelle des B- und C-Kadett sorgten dafür, dass Opel-Fahrzeuge anschließend nicht nur von Herren mit Hut, Zigarre und Hosenträgern, sondern auch von langhaarigen, Schlaghosen – und Miniröcken tragenden Fahrern und Fahrerinnen gekauft wurden. Der Imagewandel der Marke Opel vom Biedermann hin zu Jugend und Sport war gelungen.

Mit zum Favoritenkreis gehört auch eine wahrhaftige Zusammenballung von Deutschen Rallyemeistern auf kleinstem Raum. Der „kleinste Raum“ ist ein winziger Steyr Puch 650 TR aus dem Jahr 1963. In ihm wird der Deutsche Rallyemeister des Jahres 1977 Ludwig Kuhn (Neupotz) und sein Beifahrer, der Deutsche Rallyemeister der Jahre 1978 und 1979, Reinhard Hainbach, Platz finden müssen. Das Fahrzeug ist übrigens eine Leihgabe von Klaus Hopfe, im Jahr 1977 Copilot von Ludwig Kuhn und damit ebenfalls Deutscher Rallyemeister…..Nicht fehlen darf auch des Urgestein des Pfälzer Rallyesports, Klaus Fritzinger aus Kaiserslautern. Der ehemalige Profikicker des 1. FC Kaiserslautern hat einen Datsun 240 Z neu aufgebaut und wird diesen erstmals einem „rollout“ auf Funktionstüchtigkeit bei der Vorderpfalz Classic unterziehen.

Anzahlmäßig am stärksten vertreten ist die Stuttgarter Sportwagen Edelschmiede Porsche. Allein 26 Teams vertrauen auf diese Marke. Prominenter Starter wird der Nachwuchsrennfahrer Timo Bernhard aus dem pfälzischen Dittweiler sein, der mit seinem Vater Rüdiger auf dem Beifahrersitz sich erstmals bei einer Gleichmäßigkeitsrallye mit einem Porsche aus dem Werksmuseum versuchen wird. Ein großes Fragezeichen steht hinter dem geplanten Start von Rallye-Legende Walter Röhrl, der sehr wahrscheinlich aus beruflichen Gründen verhindert sein wird.

Nicht nur die Fahrer bei der Vorderpfalz Classic sind die Stars, sondern auch die Fahrzeuge. Fahrzeugmarken längst vergangener Tage werden zu sehen sein wie Austin Healey, Auto Union, NSU, Panhard, Sunbeam oder Simca. Aber auch sonst werden Exoten die Vorderpfalz Classic bereichern. Das „Farmerauto“, ein Chevrolet-Pickup von 1942, wird von keinem Geringeren bewegt als von dem Ex-Rallye-Europameister des Jahres 1979 Gunter Wanger. Wunderbare italienische Exoten, wie ein Lancia Aurelia B 24 Convertible von 1957, der infernalisch klingende Alfa Romeo Montreal mit dem 8-Zylinder-Motor oder ein Triumph Italia 2000 GT zeugen von der hohen Kunst italienischer Designer und Motorenbauer.

Rallye-Legenden der 60er und 70er Jahre komplettieren dass Starterfeld. Kleine, giftige NSU TTS, superflache Renault Alpine A 110 und heiser bellende Porsche Carrera lassen ungefilterte Rallyeatmosphäre aufkommen.

Publikum ist dem Veranstalter, dem AMC Ludwigshafen, herzlich willkommen. Eintritt entlang der Strecke wird nicht erhoben, es gibt zahlreiche Durchfahrtskontrollen (DK), an denen die Fahrzeuge und ihre Besatzungen bestaunt werden können. Für Zuschauer besonders sehenswerte Rallye-Stationen:

Freitag, 3. September
– 9.00-12.00 Uhr: Technik Museum Speyer: Technische Abnahme
– Ab 12.00 Uhr: Startpark mit Ausstellung der Fahrzeuge auf dem Festplatz Speyer
– Ab 15:00 Uhr: Start der 1. Prüfung auf dem Festplatz Speyer
– Ab 15.05 Uhr: Autohaus Jäger und Keppel, Speyer (DK)
– Ab 15.20 Uhr: Hotel Lindner, Binshof Speyer (DK)
– Ab 15.40 Uhr: Schifferstadt, Schillerplatz (DK)
– Ab16.00 Uhr: Ellerstadt, Bürgerhaus (DK)
– Ab 16.45 Uhr: Casino Bad Dürkheim (DK)
– Ab 17.15 Uhr: Lambrecht, Ortsmitte, DK mit Moderation
– Ab 17.45 Uhr: St.Martin, Ortsmitte, DK mit Moderation
– Ab 18.00 Uhr: Kirrweiler, Forstgärten (DK)
– Ab 19.00 Uhr: Ziel 1. Etappe, Stadthaus Speyer mit Ausstellung der Fahrzeuge auf der Maximiliansstrasse

Samstag, 4. September
– Ab 7.30 Uhr: Start 2. Etappe, Stadthaus Speyer, Maximilianstrasse
– Ab 9.30 Uhr: Landgasthof Forelle, Eiswoog
– Ab 11.15 Uhr: Privatbrauerei Bischoff, Winnweiler, DK mit Moderation
– Ab 12.40 Uhr: Turmhotel Potzberg, Föckelberg
– Ab 16.40 Uhr: Ziel, Stadthaus Speyer, Maximilianstrasse
Alle angegeben Zeiten beziehen sich auf das 1. Fahrzeug. Die weiteren Fahrzeuge folgen im Minutenabstand.     

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