An der Quelle des Mythos: 15 Ferrari bei der Ennstal-Classic

Michael Schumacher hat den Ferrari-Mythos vertieft, aber entstanden ist er in den Fünfzigerjahren.

Der Mythos entstand – so Niki Lauda , «durch die sagenhafte Person des Enzo Ferrari», von dem es hieß, «er hängt Räder an einen Motor». Der Mythos entstand durch unzählige Renn-Siege, durch Fahrer wie Ascari, Villoresi, Gonzales, Castelloti,  Taruffi, Musso, de Portago, Fangio und Collins, die Tod und Teufel nicht fürchteten und sich im internen Stallkrieg auf dem Ferrari-Altar opferten. Maranello war voller Geheimnisse und die roten Rennautos dominierten seit dem Jahr 1947 auf allen Pisten.
Das Schnellste anno 1952

Bei der Ennstal-Classic starten 15 Ferrari und sie führen uns zurück an die Quelle des Mythos.
Den ältesten Ferrari bringen Dr.KARSTEN WOHLENBERG/MONIKA VACANO an den Start, einen 225S aus dem Jahre 1952, mit einem 2.7 Liter, 210 PS starken V-12 Zylindermotor. Mit einer Spitze von 240 km/h war das Auto zu seiner Zeit auf und neben der Rennpiste konkurrenzlos. 

Openair-Konzert am Sölk-Pass

Die Familie ROSCHMANN aus Deutschland – DIETER und JUTTA – bringen zwei Ferrari, die zu den absoluten Highlights im 185 Wagen Startfeld zählen. Wenn Dieter Roschmann mit seinem Ferrari 500 Mondial Rennsportwagen über den Sölk-Pass röhrt, so ist das für die Fans ein Openair Konzert der Superlative. Der 3-Liter, 260 PS starke Vierzylinder-Racer wurde am 12. März 1956 an die Gebrüder Carlo und Massimo Leto de Priolo ausgeliefert. Carlo startete in der Mille Miglia und in Monza, 1955 wurde der Wagen nach Macao verkauft, seit Mai 1997 ist er im Besitz von Roschmann.

Der de Portago-Ferrari

Seine Gattin JUTTA,  die im Jahre 1994 die 2.Ennstal-Classic als bisher einzige Dame gewann, demonstriert einen Ferrari 250GT Competizione, den seine Autobiographie unbezahlbar macht.
Das 240 PS starke Zwölfzylinder-Renncoupe wurde 1955 an Alfonso de Portago in Weiß ausgeliefert. Der spanische Aristokrat, der später ins Ferrari-Werksteam aufgenommen wurde, und 1957 in der Mille Miglia verunglückte, gewann mit diesem Auto zwei Rennen auf den Bahamas. Als das Auto danach ins Werk zurückkam, kam der Ferrari-Testfahrer Sighinolfi bei einer Probefahrt ums Leben. Das Auto wurde aufgebaut, restauriert, heute fährt Jutta Roschmann damit Rennen und Rallies.

Sieger-Ferrari

Akkustisch sowieso, aber auch von der Historie her, zählt die rote Ferrari SWB-Competition Berlinetta der Schweizer ROLF und MARIETTA SCHNEEBERGER zu den Top-Autos im Feld. Chassisnummer 2149 gewann unter Gendebien/Bianchi 1960 das 1000 km Rennen von Paris. 3-Liter, 12-Zylinder, 280 PS, in 8 Sekunden auf 100, 220 Spitze: so ein Juwel wird an der Ferrari-Börse um 1,2 bis 2 Millionen Dollar gehandelt.

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