Die WP 9

2. ADAC Rallye VorderpfalzMittwochabend 21:00 Uhr: Eigentlich hatte ich ein paar Sachen zusammengepackt um mir ein gemütliches Wochenende in der Pfalz zu machen und auf meiner Homepage über die Rallye Vorderpfalz zu berichten. Plötzlich ein Telefonanruf, ein Freund war dran, er erzählte mir das seine Beifahrerin aus beruflichen Gründen nicht konnte und da ich sowieso zur Rallye wollte könnt ich doch mit ihm fahren. Kurz überlegt sagte ich zu. Also ging es am Donnerstag wie geplant um 10:00 Uhr los. In St. Martin angekommen ging es dann zur Papierabnahme und der technischen Abnahme die wir schon am Donnerstag erledigen mußten da wir am Donnerstagabend schon zur Orientierungsfahrt starteten. Diese Ori ging über ca. 90 Kilometer und war sehr interessant. Abgesehen davon daß ich seit Jahren in keiner Ori mehr gefahren bin, und wir an der ersten ZK schon fast über die Karenz waren hat es Spaß gemacht. Als dann mitten in der Nacht um 1:00 Uhr der Fahrtleiter der Ori bekannt gab das die Siegerehrung am nächsten Abend stattfinden würde, weil er mit der Auswertung immer noch nicht fertig war und es auch noch ein bißchen dauern könnte, gingen wir dann auch ins Bett. Am nächsten Morgen war dann endlich die Gleichmäßigkeitsrallye angesagt. Wir holten uns an der Dokumenten Abnahme unserer Fahrtunterlagen und erledigen ein zweites Mal die technische Abnahme. Das interessante an der Sportart ist, daß berühmte Namen zwar auf den Teilnehmerliste auftauchen, dass aber diese berühmten Stars von einst nicht unbedingt auch die Stars von heute sind. Trotzdem wissen eingeweihte das dass Teilnehmerfeld der Vorderpfalz kaum Wünsche offen lässt.

Die Leistungsdichte bei den Gleichmäßigkeitsfahrten ist inzwischen so hoch das nur noch Zehntel Sekunden über Sieg oder Niederlage entscheiden. Gegen Mittag ging es dann endlich los. Als Teilnehmer in der Mitte des Starterfeldes hatten wir alte Bekannte vor und hinter uns. Die ersten fünf Prüfungen liefen eigentlich auch ganz gut. Die normalen Kleinigkeiten, mal eine Abweichung hier mal eine dort. Die sechste und letzte Sonderprüfung des Tages, dachten wir wäre genauso gelaufen. Aber als wir die Zeitenlisten im Ziel sahen wussten wir nicht warum da auf einmal so viele Strafpunkte standen. Als wir dann sahen das die anderen Teams auch hier und da größere Abweichungen hatten war wieder alles beim alten. Fazit des ersten Tages, es hätte besser sein können, aber ist schon okay. Also ab zum Buffet, noch ein bißchen zusammensetzen und dann ins Bett. Die Rallye war ja noch nicht entschieden. Morgen kommen noch einmal sieben Prüfungen. Am nächsten Morgen ging es dann auch gleich wieder zur Sache. Die ersten beiden Prüfungen liefen wieder gut und wir waren echt zuversichtlich. Aber dann wie könnte es auch anders sein passierte es. Wertungsprüfung Nr. 9, die ersten 2,5 Kilometer im 35er Schnitt und danach weiter in einem 47er Schnitt. Los ging's ganz normal und ohne Probleme nach 1,3 Kilometer ein merkwürdiges Zeichen mit einem Doppel Achtung also langsam ran. Als es dann soweit war kurze Nachfrage vom Fahrer „Ist das hier?“, kurzes zucken vom Beifahrer „Ähmmmmmm ja“ und schon ist man drei Meter am Abzweig vorbei. Also Rückwärtsgang rein. Wie immer in solchen Situationen klappt das nicht sofort, als der Rückwärtsgang dann saß ging's drei Meter zurück und in den Abzweig hinein. So ein … genau mitten im Abzweig saßen zwei nette Leute hinter einem Campingtisch, und das hieß für uns das wir uns wieder ein paar Strafpunkte eingefangen hatten. Jetzt aber Gas geben damit wir die Zeit wieder einholen. Nebenbei auf den Schnittwechsel aufpassen, die Sekunden zur ersten Zielzeit herunter zählen, fertig machen um die zweite Stoppuhr zu starten und zuschauen wo der Abzweig mit dem Zwischenziel ist. Nachdem wir das Zwischenziel durchfahren hatten, hatten wir noch sechs Kilometer bis zum Ziel.

Da bemerkte ich das ich in der Hektik vor dem Zwischenziel vergessen hatte die zweite Stoppuhr zu starten. Also mal eben schnell die beiden Abschnitt Zeiten zusammengezählt und auf die Uhrzeit des Starts aufgerechnet. Mit diesem beruhigenden Gefühl fuhren wir weiter bis es nur noch 15 Sekunden zum Ziel waren. Ich fing an rückwärts zu zählen. Oh Schreck ich war bei Null, aber wo war das Ziel. Da sah ich es, ca. 200 Meter den Berg hinunter, also was tun? Gleichmäßig fahren konnten wir ganz gut, in der Hektik konnte es aber sein das ich mich verrechnet hatte und das unsere Zielzeit nicht die war, die ich angenommen hatte. Also entschied ich mich nach unserem Schnitt über das Ziel zu fahren. Unterwegs hörten wir von einigen Teilnehmern das sie in der Prüfung Probleme mit einem Bus hatten der sich auf einer Sonderfahrt mitten über die Prüfung befand. Das hieße mit ein bisschen Glück könnte es ja sein das diese Prüfung aus der Wertung genommen wird, dann hätten wir kein Problem mehr. Also fuhren wir die letzten Prüfungen als wenn nichts geschehen wäre. Besonderen Spaß macht uns dabei der Rundkurs in St. Martin. So etwas hat die Welt noch nicht gesehen, ein schmaler Weinort steht Kopf. Durch die engen Gassen musste man teilweise mit ziemlich großen Oldtimern fahren. Als wenn das noch nicht schwierig genug wäre stehen da am Straßenrand noch nette Pfälzer und machen eine Party.

Die Pistenanimation der einheimischen reichte vom stehenden Applaus, über Gesten doch bitte schneller zu fahren, bis hin zur berühmten Laola Welle. Ich kann nicht sagen wie viele Zuschauer in diesem engen Ort waren, aber ich war einfach nur begeistert. Angesteckt durch diese Begeisterung kamen wir ins Ziel. Wir freuten uns auf einen schönen Pfälzer Abend mit gutem Pfälzer Wein. Als dann die ersten Ergebnislisten aushingen war die Welt noch in Ordnung. Bis zu unserer Prüfung Nr. 9! Inzwischen war mir aufgefallen, dass das Ziel der Prüfung deshalb nicht zu unserer Zeit passte, weil ich in der Hektik zuvor statt 47 Kilometer nur 45 Kilometer im Schnitt gefahren war. Da die Prüfung nicht aus der Wertung genommen wurde war für uns das Gesamtergebnis futsch. Also hieß es heute Abend " Frust feiern ". Trotzdem wurde es noch ein wunderschöner Abend mit vielen netten Storys und netten Freunden so das ich beschlossen habe nächstes Jahr auf jeden Fall wiederzukommen. Wenn dann nicht wieder so eine Sonderprüfung Nr. 9 kommt könnte es ja auch mit dem Ergebnis klappen. Ich kann jeden der einen Oldtimer hat nur ermuntern, mal an solch einer Veranstaltung teilzunehmen. Trotz sportlichen Ehrgeiz mit alten Autos Spaß zu haben ist eine wunderbare Sache. Zum Schluß meiner kleinen Vorderpfalz Story möchte ich mich noch bei allen die geholfen haben diese Veranstaltung zu organisieren bedanken. Denn ohne den unermüdlichen Einsatz dieser Leute gebe es keine Sonderprüfung Nr. 9, kein Buffet, kein Rundkurs und erst recht nicht so viel Spaß. In der Hoffnung alle nächstes Jahr gesund und munter wieder zu sehen, Grüßt euch Euer Vorderpfalz Teilnehmer     

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