EMW

EMW war eine Automobilmarke des Herstellers VEB Automobilwerk Eisenach aus Thüringen. Das Unternehmen wurde als Fahrzeugfabrik Eisenach durch Heinrich Ehrhardt 1896 gegründet. Hergestellt wurden zunächst Fahrräder und Geschütze unter dem Markennamen Wartburg. Der erste Motorwagen unter dem Markennamen Wartburg wurde 1898 produziert. Das Automobilwerk Eisenach war damit erst das vierte Unternehmen in Deutschland, das Personenkraftwagen herstellte. Bereits Ende des Jahrhunderts gehörte das Automobilwerk Eisenach mit 1.300 Mitarbeitern zu einem der größten Betriebe Thüringens.

Nachdem der Firmengründer aus dem Unternehmen 1903 ausstieg, wurde auch der Markenname der Produkte geändert und in Dixi umbenannt. Während des Ersten Weltkrieges wurden Anhänger und Kraftwagen für das Militär hergestellt, ehe im Jahr 1919 die Kraftwagenproduktion wieder aufgenommen wurde. 1921 fusionierte das Unternehmen mit der Gothaer Waggonfabrik AG. In der Folgezeit wurde die Produktion auf Kleinwagen der Marke Dixi umgestellt. 1928 wurde das Automobilwerk Eisenach durch die Bayerische Motoren Werke AG übernommen. Statt des Markennamens Dixi trugen die Modelle nun die Markenbezeichnung BMW. 1941 wurde die Produktion der Automobile wegen des Zweiten Weltkrieges unterbrochen. Es wurden  nun Flugzeugmotoren und Motorrädern produziert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland übernommen und unter dem Namen Aktiengesellschaft AWTOWELO weitergeführt. 1948 wurde der EMW 340 produziert, welcher in den Folgejahren in verschiedenen Versionen weitergebaut wurde. Das Werk in Eisenach produzierte bis 1955 mehr als 30.800 Viertaktautos. 1952 wurde das Unternehmen von der DDR verstaatlicht. Es folgte die Umbenennung in Eisenacher Motorenwerk (EMW), ehe es 1953 in VEB Automobilwerk Eisenach umbenannt wurde. 1955 erfolgte die Produktion der Personenkraftwagen unter der Marke Wartburg und die Herstellung des Motorrades EMW R 35.

Nach der Wiedervereinigung wurde das Unternehmen 1991 von der Treuhandanstalt geschlossen, da die Technik und die Produktionsmethoden der Produkte überholt waren und mit der westdeutschen Technik nicht Schritt halten konnten.