Hoffmann

Der deutsche Unternehmer Jakob Oswald Hoffmann gründete Ende der 1940er Jahre die Hoffmann-Werke. Er kaufte 1949 in Ratingen-Lintorf ein Werksareal auf, um dort Fahrräder und Motorräder mit bis zu 250 cm³ herzustellen. Außerdem bekam Hoffmann seitens Piaggio im August 1949 die Lizenz, im dortigen Werk für den deutschen Markt Vespa-Roller herzustellen.

Im Frühjahr des Jahres 1950 begann die Produktion des Vespa-Modelles HA, welches während des Jahres 1953 vom Modell HB abgelöst wurde. Streitigkeiten betreffend der mangelnden Motorleistung des vom italienischen Hersteller Piaggio vorgelegten Originalmotors führten zur vorzeitigen Kündigung des Lizenzvertrages, welcher eigentlich bis 1960 bestehen sollte. Die angekündigte Leistung von 5 PS mehr wurde vom neuen Motor nicht erreicht. Lediglich 4,1 PS waren durch die deutschen Konstrukteure nachvollziehbar. Ein Hinweis an Piaggio wurde so unwirsch abgewiegelt, dass Hoffmann die Lizenzgebühren einbehielt und selbst einen Motor entwickelte. Die Nichtzahlung hatte allerdings die sofortige Kündigung des Lizenzvertrages zur Folge, was für die Hoffmann-Werke den Anfang vom Ende bedeutete.

Hoffmann versuchte, auf dem Kleinwagensegment ebenfalls Fuß zu fassen. Er bemühte sich leider erfolglos, von Isothermos eine Lizenz für den Isetta zu bekommen. Aufgrund dessen kopierte er den Isetta bis auf die patentierte Vordertür, weshalb die Hoffmann Auto-Kabine 250 nur auf der Beifahrerseite geöffnet werden konnte. Auf dem Pariser Autosalon kam der Kabinenroller so gut an, dass schnell die ersten 800 Bestellungen vorlagen. Zur Produktion und Auslieferung kam es aber nicht mehr. BMW lag seit 1954 die deutsche Produktionslizenz für den Isetta vor und ging daher erfolgreich gerichtlich gegen die Hoffmann-Werke vor. Als Konsequenz gab die Hausbank keinerlei Kredite mehr aus. Die fehlenden Lizenzen und die verweigerten Gelder seitens der Hausbank besiegelten zum Ende des Jahres 1954 die endgültige Schließung der Hoffmann-Werke. Fast 60.000 Vespa-Roller und etwa 80 Kabinenroller verließen neben diversen Fahrrädern und Motorräder in diesen fünf Produktionsjahren die Hoffmann-Werke.