Marktredwitzer Ziegler-Brüder gewinnen mit VW Käfer die erste SECHSÄMTERLAND-Classic

gpp) – Das hatte die Sechsämter-, Kreis- und Festspielstadt Wunsiedel noch nicht gesehen: Hunderte, ja Tausende von Zuschauern drängten sich – vor allem bei der nachmittäglichen Zielankunft und dem anschließenden Parc elegancé – an die in der (eigens für den öffentlichen Verkehr gesperrten) Jean-Paul-Straße aufgebaute START- und ZIEL-Rampe der SECHSÄMTERLAND-Classic und bestaunten die zahlreichen, sehenswerten und oft auch lautstarken Old- und Youngtimer-Fahrzeuge.

Nicht nur aus dem Landkreis Wunsiedel („man hat gar nicht gewusst, dass es im Landkreis solche Fahrzeuge gibt“, staunten die zahlreichen Fans am Rande der Strecke) sondern auch aus fast dem gesamten Bundesgebiet waren insgesamt 59 zum Teil wertvolle Auto-Pretiosen nach Wunsiedel gebracht worden, um an der ersten Ausgabe der neuen SECHSÄMTERLAND-Classic teilzunehmen. Die Erstlings-Veranstaltung der Classic-Freunde SECHSÄMTERLAND war ja innerhalb weniger Monate aus dem Boden heraus organisiert und installiert worden und brachte schon am frühen Samstagmorgen, lange vor dem Start, im Rallyezentrum beim ehemaligen COMET-Markt in der Wunsiedler Hornschuchstraße zahlreiche Besucher auf die Beine, die die automobilen Raritäten während der technischen Überprüfung besichtigen wollten, und um vielleicht einen Blick und ein Foto unter so manche Motorhaube zu erhaschen.

Danach stärkten sich die Teilnehmer im Festzelt bei Kaffee und Kuchen, bestaunten ihre zahlreichen Gastgeschenke (worunter sich neben SECHSÄMTERLAND-Classic-Tassen, Sekt- und Sechsämtertropfen-PiccoloŽs auch Schlüsselbänder und sogar eigens von Bürgermeister Beck gespendete Luisenburgkarten befanden) und studierten ausgiebig die Fahrtunterlagen, nach denen von Wunsiedel aus zunächst über Hildenbach, Vordorf und Meierhof nach Weißenstadt zu fahren war. Eine Durchgangskontrolle mit Stempel in Vierst erreichten jedoch nicht alle Teams und erhielten dafür erste Strafpunkte. Ganz besonderes Pech hatte der Ruppertsgrüner Heinz Späthling, dessen Triumph TR 6 beim Vorstart nicht ansprang. Er und sein Beifahrer Hans-Alfred Schoberth (Kirchenlamitz) gaben jedoch nicht auf, ließen sich zurück nach Ruppertsgrün schleppen und wechselten auf einen zu Hause noch vorrätigen Mercedes Benz und beendeten damit die Rallye.

Ernst wurde es für alle Teilnehmer auf der abgesperrten Gleichmäßigkeitsprüfung von Weißenstadt über Grub nach Lehsten, wo Mitorganisator Friedhelm Engel (Birk) als Sprecher fungierte. Dort mußte die beim ersten Mal gefahrene Zeit selbst gestoppt, und beim zweiten Durchgang (etwa eine gute Stunde später) so annähernd als möglich, erreicht werden. Die Teilnehmer gingen mit großem Ernst an diese Aufgabe heran und ließen sich auch durch einsetzenden, teils sogar starken Regen, weder aufhalten noch beeinflussen. Danach führte die Strecke über Kirchenlamitz, Marktleuthen, Hebanz und Bernstein zum „Wirtshaus im Gut“ in Göpfersgrün, wo eine 45-minütige Pause für Mensch und Material eingeplant war und die Besatzungen von Wirt Roland Gläßel mit fränkischen Spezialitäten verwöhnt wurden.

Der weitere Rallye-Verlauf führte die Teilnehmer wieder nach Wunsiedel, wo sie auf der Rampe ein weiteres Mal von Moderator und Rallye-Mit-Organisator Günter Bossner (Wunsiedel) den Zuschauern vorgestellt wurden. Über Bibersbach, Röslau und Franken erreichten die Teams dann nochmalŽs Weißenstadt und mussten die Gleichmäßigkeitsprüfung nun zum zweiten Mal absolvieren. Jetzt fuhren viele engagierte Teilnehmer mehr mit dem Blick auf die Stoppuhr über die Strecke. Hin und wieder kam es zu kuriosen Situationen, wenn zum Beispiel einige Teilnehmer kurz vor dem Ziel ihr Fahrzeug abbbremsten um nicht zu früh über die Ziellinie zu fahren und andere, unterwegs verlorene Zeit mit einem Tritt aufŽs Gaspedal noch schnell wettmachen wollten – jedoch Überholmanöver nicht immer gelangen, oder möglich waren. Aber dank der geringen Geschwindigkeiten gab es keinerlei Probleme oder gar Unfälle – „nur die vorgegebene Zeit konnte nicht immer realisiert werden!“, ärgerten sich manche. Die Teilnehmer erreichten des weiteren über die Dörfer Kleinschloppen, Fichtenhammer, Reicholdsgrün, Neudorf und Neumühle schließlich erneut Marktleuthen und fuhren von dort aus weiter über Habnith, Holzmühl, Rügersgrün und an Höchstädt vorbei zum Autohof bei Thiersheim, wo eine weitere Durchgangskontrolle eingerichtet war. Die restliche Strecke führte schließlich über Wampen und Putzenmühle zur BAB A 93 und an Thölau vorbei zurück nach Wunsiedel wo die Fahrzeuge nach Erreichen der Zielrampe in einem Parc elegancé aufgestellt wurden – und dann von????­??????ÒA ?» einem „nie erwarteten“ Zuschaueransturm fast erdrückt wurden.

Im Festzelt, wo Wunsiedels Bürgermeister Karl-Willi Beck die Teilnehmer der SECHSÄMTERLAND-Classic schon im Rahmen der vormittäglichen Fahrerbesprechung begrüßt und in Wunsiedel willkommen geheißen hatte, spielte ab dem frühen Nachmittag die weit über die Region hinaus bekannte „Stonewood-String-Band“ auf, während die Organisatoren im Hintergrund die Ergebnisse der Gleichmäßigkeitsprüfung auswerteten, dazu die Strafpunkte für die ausgelassenen Kontrollen addierten und das Ergebnis erstellten.

Dank des Einsatzes eines Servicemobils des Autohauses WUNSCHEL in Röslau und der Unterstützung des für die technische Überprüfung der Fahrzeuge verantwortlichen TÜV-Meisters Werner Bauer (Marktleuthen) konnten unterwegs sogar kleinere Probleme an einigen Autos behoben und diesen die Weiterfahrt ermöglicht werden, so dass alle 59 gestarteten Fahrzeuge (worunter jedoch auch der oben bereits erwähnte ŽFahrzeugwechsel` war), auch tatsächlich das Ziel erreichten und bei der Siegerehrung in den sechs verschiedenen Fahrzeug-Altersklassen neben einem Foto ihres Fahrzeuges (aufgenommen beim Start) auch einen wertvollen Porzellanpokal erhielten.

Gesamtsieger wurden dabei die Gebrüder Rainer jun. und Andreas Ziegler aus Marktredwitz auf einem völlig unscheinbaren VW Käfer, die die zwei Gleichmäßigkeitsprüfungen mit einer Abweichung von lediglich 9 Hundertstel-Sekunden bewältigten. Den Damenpreis errangen Hannelore Müller und Tina Murr aus Wunsiedel und Regensburg auf Mercedes-Benz 280 SL Pagode. In den einzelnen Klassen siegten und platzierten sich (und erhielten ebenfalls Porzellan-Pokale) folgende Teilnehmer: Klasse 2 (Baujahre 1905 bis 1918) 1 Starter: 1. Udo Wunderlich (Marktleuthen) Wanderer Puppchen (1913), 3,73 sec. Klasse 3 (Baujahre 1919 bis 1930) 2 Starter: 1. Wolfgang Falck (Wunsiedel) Cadillac La Salle (1928), 0,67 sec. Klasse 4 (Baujahre 1931 bis 1940) 7 Starter: 1. Klaus Schönfuß (Neudorf) Op????­??????ÒA ?»el Olympia Cabriolet (1935), 1,00 sec.; 2. Christian Meier (Marktredwitz) Riley Nester JMP (1934) 3,25 sec.; 3. Dr.Pavel Sefr (Hohenberg) Praga Lady (1937) 5,71 sec. Klasse 5 (Baujahre1941 bis 1965) 13 Starter: 1. Wolfgang Kolb (Mitterteich) Mercedes-Benz 180 C Ponton (1962) 0,34 sec.; 2. Dr. Michael Eiselt (Tröstau) Austin Healey 3000 MK 2 (1962) 0,66 sec.; 3. Jürgen Hermel (Wunsiedel) BMW 501 (1957) 1,34 sec.; 4. Timo Eckert (Fichtelberg) Maserati Sebring 2 (1965) 2,14 sec. Klasse 6 (Baujahre ab 1966) 36 Starter: 1. Rainer Ziegler jun. (Marktredwitz) VWKäfer 1300 (1968) 0,09 sec.; 2. Helmut Gaschler (Zeulenroda) Mercedes Benz 280 SL (1974) 0,16 sec.; 3. Klaus Döbereiner (Nagel) Alfa Romeo Giulia Super 1,6 (1972) 0,21 sec.; 4. Sebastian Eiselt (Wunsiedel) AstonMartin DB 6 (1968) 0,26 sec.; 5. Peter Träger (Wunsiedel) Alfa Romeo Giulia Super 1,3 (1971) 0,40 sec.; 6. Ralf Angetter (Coburg) Lotus S 3 (1969) 0,42 sec.; 7. Martin Wlasak (Weißenstadt) Triumph TR 6 (1969) 0,57 sec.; 8. Petra Fraas (Wunsiedel) Mercedes Benz 280 SL (1983) 0,66 sec.; 9. Detlev Möstl (Wunsiedel) NSU 67 (1971) 1,11 sec.; 10. Bernd Molle (Wunsiedel) OPEL GT (1972) 1,11 sec.; 11. Klaus Köllner (Marktredwitz) VW Golf GTI (1977) 1.26 sec.; 12. Klaus Löppert (Kulmbach) Porsche 911 RS-L (1972) 1,34 sec.

Bei der abschließenden Siegerehrung gedachte Günter Bossner zunächst dem verstorbenen Classic-Freund Michael Meier (Marktredwitz) und bedankte sich dann bei allen Helfern, den genehmigenden Behörden mit den Bürgermeistern Karl-Willi Beck (Wunsiedel) und Klaus Knies (Weißenstadt), dem Roten Kreuz, der Freiw. Feuerwehr Weißenstadt, dem Funkhilfsclub „Eisvogel“ sowie dem MSC Marktleuthen „und allen weiteren ungenannten Helfern, Freunden und Gönnern sowie letztlich allen Sponsoren für die Unterstützung – und vor allen den Teilnehmer für ihr Kommen“. Einen besonderen Dank richtete Bossner an den Vertreter der Reifenfirma KUMHO, die nicht nur einen Werbetruck nach Wunsiedel gebracht hatten, sondern die Teilnehmer auch mit weiteren Gastgeschenken versorgt hatten.

Gerd Plietsch
 

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