Meyra

Die Firma Meyra wurde 1936 als Schlosserei und Werkstatt vor allem für Krankenwagen von Wilhelm Meyer gegründet.
Während des Krieges war der Bedarf an solchen Dienstleistungen naturgemäß hoch und das Unternehmen expandierte entsprechend auf 20 Mitarbeiter.

Nach dem Krieg erkannte Meyer das enorme Potenzial, das sich durch die zahllosen Kriegsversehrten ergeben hatte: Er entwickelte den Meyra 48, der 1948 in Serie ging. Es handelte sich hierbei um eine Art Mischung aus einem Rollstuhl und einem Automobil. Mit seinen drei Rädern sah der Meyra 48 von vorne aus wie ein Motorrad und von hinten wie ein Auto. Es leistete drei PS, hatte allerdings kein Verdeck, was zu Beschwerden der Nutzer führte, die nur bei gutem Wetter mobil waren.

Nach einem weniger erfolgreichen Intermezzo, in der die Firma eine motorbetriebene Rikscha für Indonesien produzierte, kam schließlich der Meyra 200 auf den Markt.
Mit seinen 200 ccm leistete der Meyra 200 immerhin sieben PS und war damit ein behindertengerechtes Fahrzeug, das 70 km/h schnell fahren konnte.
Wer es sich leisten konnte, konnte mit dem Meyra 200 auch als Versehrter aktiv an der zunehmenden Mobilität der Massen teilhaben.
Die große Konkurrenz durch den Kabinenroller oder die Isetta, die ebenfalls Modelle führten, die auf die Bedürfnisse der Versehrten zugeschnitten waren, führte jedoch dazu, dass der Meyra preislich nicht mehr konkurrenzfähig war.
Wilhelm Meyer blieb seiner Leidenschaft für die Bedürfnisse von Versehrten und Behinderten treu: Meyra entwickelt und vertreibt heute Antriebe für elektrische Rollstühle.
Fahrzeuge wie den Meyra 48 findet man indes fast nur noch im Museum; wer ein echtes Stück besitzt, kann sich glücklich schätzen.