Mit den Stars auf du und du

Beim Chopard-Grand Prix der 20. Ennstal-Classic waren zahlreiche Lichtgestalten aus der Welt des Motorsports am Start. Davor gaben sie bereitwillig Autogramme und plauderten beim Chopard-Brunch.

von Michael Noir Trawniczek, Foto: Martin Huber

Ein dichtes Staraufgebot am Samstagvormittag beim Chopard-Brunch, der Rennwagenausstellung und beim Chopard-Grand Prix, das ist bereits eine wohl gepflegte Tradition bei der Ennstal-Classic – doch zur Jubiläumsausgabe, der 20. Ennstal-Classic, kamen noch mehr Lichtgestalten aus der Welt des Motorsports angereist.

Eine Lichtgestalt ist der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl nicht nur wegen seiner Körpergröße – die Fans kamen in Scharen, umringten den sympathischen Bayern. Immer wieder musste Ennstal-Mastermind Helmut Zwickl daran erinnern, dass im Classic-Zelt der Chopard-Brunch, bei dem der oberste Chopard-Boss Karl Scheufele seit einigen Jahren die Stars der Ennstal empfängt, auf Röhrl wartet, denn der 65-jährige wollte keinem Fan das Autogramm verwehren.

Beim Brunch bedachte Zwickl den Weltmeister in seiner kurzen Jubiläums-Rede: „Nach unserer ersten Ennstal-Classic hat uns Walter ermuntert: ‚Burschen, macht weiter, das wird was!‘. Heute ist er wieder hier bei uns, was mich ganz besonders freut.“ Damals, 1993, verzichtete Röhrl auf jedes Startgeld, kam mit seiner Ehefrau als Navigatorin und gewann prompt den Bewerb. Beim Grand Prix von Gröbming zündete Röhrl einen Porsche Spider, der vom Porsche Museum zur Verfügung gestellt wurde. „Schau ma mal, ob wir neipassen“, feixte der schlaksige Bayer, ehe er sich in den Boliden gleiten ließ.

Eine Lichtgestalt ist auch der Brite Nigel Mansell – beim Chopard-Brunch sorgte er in einer kleinen Runde für erstaunte Gesichter, als er einen seiner Kartentricks vorführte. Zunächst mischte er die Karten, um dann lässig die roten und die schwarzen Karten mit jeweils einer Wischbewegung zu separieren. Nach seinem schweren Unfall in Le Mans habe ihm das Erlernen der Kartentricks geholfen, sagt er.

Vor dem Chopard-Grand Prix, bei dem er einen Porsche 917-10 pilotierte, antwortete er auf die Frage, ob er eigentlich jemals vom aktiven Motorsport zurückgetreten sei, mit einem breiten Grinsen: „Sicher, ich bin 1990 am Ende meiner Ferrari-Zeit zurückgetreten – darum bin ich auch jener Pilot, der nach seinem Rücktritt die meisten Erfolge feiern konnte.“ Bekanntlich wurde Mansell 1992 auf Williams Weltmeister und krönte sich im Jahr darauf auch noch zum Indy Car-Champion.

Landsmann Derek Bell ließ sich für den Chopard-Grand Prix durch die Straßen von Gröbming in einen Porsche 956 gleiten – mit dieser Flunder konnte er 1982 gemeinsam mit Jacky Ickx den 24 Stunden-Klassiker von Le Mans gewinnen. Ob da sofort Gefühle und Erinnerungen hochkommen würden, wenn er heute, 20 Jahre später in dieses Auto steigt, wurde Bell von Moderator Andi Gröbl gefragt. „Es ist, als würdest du eine Ex-Freundin treffen“, antwortete Bell knochentrocken. „Ist das nun ein gutes oder ein schlechtes Gefühl?“, hakte Gröbl nach. „Natürlich ein gutes“, versicherte Bell.

Zu den ganz großen Ennstal-Stars gehören Sir Stirling Moss und seine Gattin Lady Suzie Moss. Warum er immer wieder ins Ennstal zurückkehre, wurde Moss gefragt. „Es sind die netten, freundlichen und motorsportbegeisterten Menschen – und die wunderschöne Landschaft“, antwortete Moss – und sprach damit wohl vielen aus der Seele.

Zu den gerne gesehenen Stammgästen der Ennstal-Classic gehört auch Maria de Filippis, die es sich auch heuer nicht nehmen ließ, beim Chopard-Grand Prix eigenhändig einen Maserati 200SI durch die Straßen Gröbmings zu lenken.

Erstmals beehrte auch eine wahre Lichtgestalt des Classic-Sports die Ennstal: Niemand geringerer als Charles Earl of March and Kinara pilotierte höchst persönlich einen Porsche 908/03.

Das Staraufgebot beim Grand Prix der 20. Ennstal-Classic war dermaßen groß, dass die Zeit nicht ausreicht, hier alle vollzählig zu erwähnen – gesehen wurden jedenfalls noch Jochen Mass, Hans Hermann, Dieter Quester, Rudi „Seyffenstein“ Roubinek (saß erstmals in einem Formelauto), Christian Clerici und viele mehr. Der „Wettergott“ meinte es gut mit ihnen – denn der Himmel verdunkelte sich zwar, doch Regen gab es keinen.
 

 

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