Robur

Die „VEB Robur-Werke Zittau“ – so die vollständige Unternehmensbezeichnung – gingen im Jahr 1957 aus den „VEB Kraftfahrzeugwerk Phänomen Zittau“ hervor. Bis ins Jahr 1946 firmierte das Unternehmen unter „Phänomen Werke Gustav Hiller AG“. Aufgrund eines verlorenen Rechtsstreits musste das Unternehmen vollständig umbenannt werden.

Gegründet wurde das Vorgängerunternehmen bereits im Jahr 1888. Zuerst fertigte man nur Textilmaschinen und Fahrräder – Letztere als Rover-Vertragspartner -, kurz darauf kamen auch eigene Motorräder auf den Markt.

Im Jahr 1905 wurde das Dreiradfahrzeug Phänomobil zur Marktreife gebracht. Von 1912 bis 1927 wurden zudem vierrädrige Pkws gefertigt.

Den ersten Lkw 4 RL produzierte das Unternehmen ebenfalls im Jahr 1927. In den Folgejahren kamen verschiedene neue Modelle hinzu.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Produktion der Lkws sehr schnell wieder aufgenommen. Zuerst gingen die Weiterentwicklungen des Granit 27 in Serienproduktion.

Auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1961 wurde der Robur LO 1800 vorgestellt. Hierbei handelte es sich um einen Frontlenker mit einer Nutzlast von 2,5 Tonnen und einem luftgekühlten Vergasermotor mit einer Leistung von 70 PS. Dessen Pendant L0 1800 A war ein allradgetriebener Lkw mit 1,8 Tonnen Nutzlast.

Nicht nur in den RGW-Ländern, sondern auch in vielen Überseestaaten, wurden Robur Lkws genutzt. Hierfür entwickelte das Unternehmen das sogenannte Robur-Safari-Programm.

Im Laufe der Jahre kamen noch einige neue Modelle auf den Markt, so unter anderem der LO 3000 Mitte der 1970er Jahre, der es auf eine Nutzlast von 3 Tonnen brachte. Dieser wurde in verschiedenen Sonderanfertigungen hergestellt. Er diente beispielsweise als rollende Apotheke. Weiterentwicklungen des LO 1800 wurden auch als Feuerwehr Löschgruppenfahrzeuge gebaut. Auch die Armee nutzte Robur Lkw.

Sogar Busse gehörten zum Unternehmensportfolio. Diese trugen unter anderem die Bezeichnung LO 2500, aber auch LD 2002. Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wofür die Abkürzungen LO und LD stehen? LO steht für luftgekühlter Ottomotor, LD für luftgekühlter Dieselmotor.

Leider gibt es die Robur-Werke Zittau nicht mehr. Sie wurden in die FEZ Zittau überführt, die sich mit der Herstellung von Ersatzteilen und deren Versand an Robur-Freunde in aller Welt beschäftigen. Zugleich werden hier aber auch alte Phänomen- und Robur-Fahrzeuge aufgearbeitet.