Buik 8-57 Sedan

Scarface im Ennstal

Friedrich und Maximilian Huber starten bei der Planai-Classic mit einem Buik 8-57 Sedan. Ein in Europa zur Gänze unbekanntes Auto, doch dieses Exemplar spielte im Film „The Untouchables“ eine tragende Rolle.

Autor: Michael Hintermayer Foto: Michael Hintermayer

Eine Häuserzeile mitten im Chicago der dreißiger Jahre. Dunst steigt aus unzähligen Gullideckeln, keine Menschen sind auf der Straße zu sehen. Die Szenerie ist in schwarz-weiß gehalten und wirkt düster. Langsam durchbrechen die Lichtstrahlen zweier Autoscheinwerfer den Nebel. Eine alte Gangsterlimousine rattert durch die Straßen von Chicago. Zwei düstere Gestalten mit Trenchcoat und einem Hut, der tief im Gesicht sitzt klammern sich an beide Seiten des Wagens, gestützt von den seitlichen Trittbrettern. Eine Hand an der Karosserie, die andere drohend versteckt unter ihrem Mantel. Plötzlich beschleunigt der Wagen und die beiden ziehen ein Maschinengewehr mit Trommelmagazin aus dem Mantel. Schüsse sind zu hören und der Geruch des Schießpulvers und der Abgase dringt aus dem Fernseher bis ins eigene Wohnzimmer…

So haben wir den Film „The Untouchables“ in unserer Erinnerung. Und der Geruch der Abgase die ins Wohnzimmer strömen ist nun wirklich zu riechen, in den Straßen des Ennstals. Friedrich und Maximilian Huber bringen ihre originale Gangsterlimousine, die im Film den größten Gegner des Gangsterbosses  Al Capone chauffierte zur Planai-Classic.

Beim Auto handelt es sich um einen Buik 8-57 Sedan aus dem Jahr 1931, der von seinem Besitzer Robert Huber aus Amerika importiert wurde und in einem erstaunlich guten Zustand ist. Das Interieur wirkt zwar benutzt, ist aber absolut original. Auch die Kiste am Heck, in der im Film der durch die Prohibition verbotene Whiskey versteckt wurde weist nicht einen einzigen Kratzer auf.

Doch nun geht’s los. Als sein stolzer Besitzer in die dunkelblaue Limousine steigt, tut er das mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Die Startprozedur verlangt nach einem sensiblen rechten Fuß, muss dieser doch den Startfußhebel und das Gas mit Vorsicht betätigen. Nur langsam setzt sich der 70 PS starke Reihenachtzylinder in Bewegung. Quälend ringen Batterie und Starter um den seitengesteuerten Motor Leben einzuhauchen. Die Kälte des Winters ist deren größter Konkurrent. Und plötzlich ist er da! Eine mächtige weiße Wolke entweicht dem Auspuff und der alte Buik reibt sich den Schlaf aus den Augen.

Der 3,5 Liter Motor läuft sanft und leise, ohne jegliche Vibrationen. Ein Laufverhalten von dem heutige Dieselfahrzeuge nur träumen können. Das Fahrzeug hat keine Heizung, doch durch die abstrahlende Wärme des Motors ist es im Inneren „Nicht ganz kalt, sondern nur kalt“ meint sein Besitzer. Besonders auffallend ist die sogenannte „Stangenbremse“, die in Kombination mit der nicht vorhandenen Heizung das Fahren bei der Planai-Classic zum echten Abenteuer macht.

Der Buik ist in einem unrestauriertem Zustand, nur die allfälligen Inspektionen und Kleinigkeiten wurden durchgeführt. Die Tatsache, dass das Auto in Europa wahrscheinlich weniger als zehn Mal existiert macht die Ersatzteilbeschaffung zum echten Krimi. Die Seltenheit dieses amerikanischen Klassikers und seine bewegte Geschichte machen diesen Buik 8-57 zu einer wahren Besonderheit und einem gern gesehenen Gast bei der Planai-Classic 2013.

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