Sollzeiten und neuer Baujahrfaktor prägen Classic-Rallye Regensburg

(gpp) – Der ´Umgang` mit historischen Fahrzeugen ist für ihre Besitzer und Fahrer fast immer mit einer besonderen ´Ehrfurcht` verbunden. Nicht nur wegen des hohen Alters der einzelnen Pretiosen, sondern auch und vor allem aus dem Wissen heraus, dass deren Erwerb, Restaurierung und Erhalt nicht selten Summen verschlingt, für die anderswo ganze Wohnungen oder gar Häuser angeschafft werden. Auch vor diesem Hintergrund ist die sportliche Herausforderung bei Veranstaltungen wie der Classic-Rallye Regensburg, am 9. Juli rund um die oberpfälzische Bezirks- und Domstadt, anders, als mit aktuellen Fahrzeugen. Denn während sonst immer nur die schnellste gefahrene Zeit über Sied oder Niederlage entscheidet, ist im historischen Motorsport gleichmäßiges Fahren angesagt!

Dabei gibt es natürlich die unterschiedlichsten Varianten: Die einfachste ist die Sollzeitprüfung, deren Länge und zu fahrende Zeit bekannt ist und deren Herausforderung darin besteht, die Ziellichtschranke genau auf die vorgeschriebene Hundertstel-Sekunden zu passieren. Eine andere Variante ist die Gleichmäßigkeitsprüfung, welche im Verlauf einer Classic-Rallye meist mehrfach gefahren wird. Beim ersten Befahren legen die einzelnen Teilnehmer nach eigenem Gusto eine zu fahrende Zeit fest, und müssen in den späteren, weiteren Befahrungen diese Zeit entweder genauestens einhalten – oder nach Vorgaben des Veranstalters entsprechend davon abweichen.

Da dem Ideenreichtum der Veranstalter keinerlei Grenzen gesetzt sind, gibt es von allem die unmöglichsten Ausformungen – welche allerdings alle eines zum Ziel haben: die auf die Hundertstel-Sekunden genaue Durchfahrt durch Ziellichtschranke oder Zielschlauch (welcher ebenfalls eine Zeitmessung auslöst; Anm. d. Red.). Jedwede Abweichung davon wird in Strafpunkte umgerechnet und daraus ein Klassement erstellt. Bei der dritten Ausgabe der Classic-Rallye Regensburg am zweiten Juli-Sonntag werden nach Auskunft der Rallyeleiterin Gabi Fischer (Heilinghausen) lediglich so genannte Sollzeitprüfungen durchgeführt, und zur Vereinfachung für die Teilnehmer, können die „Vorzeiten“ sogar kurz vor den jeweiligen Lichtschranken noch abgewartet werden.

Trotz allem ist es nicht einfach und bedarf einer guten Koordination und Abstimmung zwischen Beifahrer und Fahrer, wenn beide nicht nur die schöne Landschaft rund um das hochsommerliche Regensburg genießen wollen, sondern für sich selbst auch noch den Anspruch haben, so weit vorne im Klassement zu landen, als irgend möglich. Dass sich dies vor allem viele Teilnehmer der Classic-Rallye Regensburg auf ihre Fahnen geschrieben haben, wurde jedoch schon bei der Ausgabe des vergangenen Jahres mehr als deutlich, als nicht nur etliche Teams die gestellten Aufgaben mit Null-Komma-Strafpunkten (also lediglich Abweichungen von teils weit unter einer Sekunde) absolvierten, sondern zahlreiche Fahrzeugbesatzungen die einzelnen Ziele sogar gänzlich ohne Strafpunkte, also genau auf die geforderte Hundertstel-Sekunde, passierten. Aus diesem Grund wurde nach Rallyeleiterin Fischer vom veranstaltenden Automobilclub (AMC) Deuerling, in die diesjährige Wertung der Classic-Rallye Regensburg heuer ein so genannter Baujahrfaktor eingebaut (Eine Zeitstrafe von beispielsweise 10,0 sec. erhöht sich bei einem Fahrzeug aus dem Jahr 1961 (Baujahrfaktor 1,61) auf 16,1 sec.).

Unter den bislang 64 gemeldeten Teilnehmern befinden sich etliche Fahrzeuge aus den dreißiger Jahren des vorigen Jahrtausends (ein Mercedes 170 V a und ein BMW 328, beide von 1939, ein Alvis 12/70 Spezial von 1938 und die letztjährigen Gesamtsieger, Vater und Sohn Hanns Werner und Moritz Wirth aus Egloffstein haben mit einem 1937´er Alvis Speed 25 genannt. Weitere Informationen zur Classic-Rallye Regensburg, zu der noch bis 2. Juli (Termin!) Nennungen abgegeben werden können, gibt es im Internet unter www.amc-deuerling.de.

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