VW Golf 1

Der Kompaktwagen VW Golf 1 (Typ 17) wurde von 1974 bis 1983 rund 6,2 Millionen Mal hergestellt und löste den VW Käfer ab, der aber dennoch weiter im Handel erhältlich war.

Ein wesentlicher Grund für die Entstehung des VW Golf 1 bestand in der wachsenden Ablehnung der Kunden gegenüber den luftgekühlten Heckmotoren und dem Heckantrieb, die im VW Käfer bereits seit 1938 zum Einsatz kamen. Die Zeit war also reif für Neuerungen, sodass der dreitürige oder fünftürige VW Golf 1 mit seinem vorne platzierten und quer eingebauten Motor zum deutschen Aushängeschild in Sachen Frontantrieb, Wasserkühlung, Kompaktheit und Sparsamkeit wurde.

 

Der im Mai 1974 präsentierte VW Golf 1 übernahm die bereits im Audi 50 sowie im Audi 80 eingesetzten, benzinbetriebenen Motoren mit 1,1 Liter Hubraum und 50 PS beziehungsweise 1,5 Liter und 70 PS.

Dank seiner damals sparsamen Motoren (rund 6,4 Liter Verbrauch beim 1,1-Liter-Aggregat) zuzeiten der Ölkrise 1973/74 wurde der dennoch als sportlich angesehene VW Golf 1 ein echter Verkaufsrenner. Durch die in den frühen 1980er-Jahren von Volkswagen entwickelte Formel-E-Technologie konnte der durchschnittliche Verbrauch sogar auf 5,2 Liter gesenkt werden.

1977 bekam der VW Golf 1 aus Kunststoff gefertigte Stoßfänger, zudem wurde der Korrosionsschutz wesentlich verbessert. Den 1980 eingeführten Neuerungen wie breitere Rückleuchten und neue Armaturentafeln sowie die Einteilung in die Modellvarianten C, CL und GL folgten 1983 die Sondermodelle Pirelli-GTI, LX und GX. Diese besiegelten zugleich das Ende des VW Golf 1, der ab August 1983 durch den Golf 2 abgelöst wurde.

Das waghalsige, da unübliche Vorhaben, ein Kompaktauto mit Dieselmotor auszustatten, fand 1976 breite Zustimmung, denn der dieselbetriebene VW Golf 1 wurde mit rund fünf Litern Verbrauch zu einem der sparsamsten Autos seiner Zeit.

Der im selben Jahr vorgestellte GTI (Gran-Turismo-Injektion) entsprach mit seinem 110-PS-Motor (1,6 Liter Hubraum) einem massentauglichen Sportwagen, der 1982 auf 1,8 Liter und 112 PS erweitert wurde. Die 16-Ventil-Variante mit 136 PS wurde dagegen nur in Frankreich vertrieben.  

Die als Zweitürer und Viertürer erhältliche Stufenheck-Variante des VW Golf 1 kam 1979 auf den Markt und war besonders in Nordamerika äußerst beliebt.

Das von Karmann produzierte und 13 Sondermodelle umfassende VW Golf 1 Cabrio öffnete im März 1979 sein Verdeck und wurde mit knapp 390.000 Einheiten zum meistgebauten Cabriolet seiner Zeit.