VW Kaefer

1933 bekam Ferdinand Porsche von der Regierung den Auftrag, einen »deutschen Volkswagen« zu bauen. Er sollte Platz für die Familie bieten, 100 km/h erreichen und für jedermann erschwinglich sein. 1936 wurde der erste Prototyp fertiggestellt, der »KdF-Wagen«, benannt nach der nationalsozialistischen Organisation »Kraft durch Freude«. Er konnte vor dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr in Serie produziert werden, weil das 1938 gegründete Volkswagenwerk noch nicht fertiggestellt war. Während des Kriegs nutzten die Nationalsozialisten die Fabrik für den Bau von Militärfahrzeugen. Von 1945 bis 1949 verwaltete die britische Militärregierung das Werk und ließ den Volkswagen in Serie bauen.

Der Name »VW Kaefer« geht vermutlich auf einen Artikel in der New York Times zurück, in dem von »glänzenden kleinen Käfern, die bald die deutschen Autobahnen bevölkern werden« die Rede war. Die Optik der VW Kaefer Limousine und des VW Kaefer Cabriolets blieb bis 1953 unangetastet, technisch wurde der »Buckel-Porsche« 1951/1952 allerdings auf den modernsten Stand gebracht. 1953 änderte sich auch sein Aussehen. Mittlerweile war es möglich geworden, gewölbte Autoscheiben preisgünstig herzustellen und so wurde das »Brezelfenster« durch ein ovales Heckfenster ersetzt. Die Erhöhung der Motorleistung auf 30 PS machte den VW Kaefer konkurrenzfähig gegenüber anderen Kleinwagen, sodass die Verkaufszahlen weiter stiegen. Ende 1955 wurde der millionste VW Kaefer verkauft. 1957 bekam der VW Kaefer eine größere Frontscheibe und statt des kleinen Ovalheckfensters eine große, rechteckige Heckscheibe. 1960 wurde die Motorleistung weiter erhöht, außerdem erhielt der VW Kaefer ein Vollsynchrongetriebe, asymmetrisches Abblendlicht, Blinker und eine Scheibenwischanlage. 1968 war mit dem VW 1300 Automatic der erste Automatikkäfer erhältlich.

1970 wurde ein völlig überarbeitetes Kaefermodell vorgestellt, der VW 1302. Neu entwickelte Achsen und eine Motorleistung von 50 PS führten zu verbesserten Fahreigenschaften. Bei dem 1972 eingeführten Modell VW 1303 boten die spielfreie Lenkung und eine gewölbte Panoramafrontscheibe zusätzliche Sicherheit und mehr Fahrkomfort. Bis 1974 blieb der VW Kaefer das meistverkaufte Auto Deutschlands, danach wurde er vom VW Golf abgelöst. Der letzte VW Kaefer lief 2003 in Mexiko vom Band.