VW Karmann Ghia

Der Karmann Ghia ist vermutlich eines der formschönsten Autos in der deutschen Automobilgeschichte und entsprechend heute ein begehrtes Liebhaberobjekt.
Im Verlauf der beinahe 20 Jahre dauernden Serienfertigung änderte sich die Form des Karmann Ghia kaum, was Automobilen unserer Zeiten wohl nicht beschert werden wird.

Wilhelm Karmann, Juniorchef des Osnabrücker Autobauers Karmann, hatte bereits in den frühen Fünfzigern die Idee, ein VW-Chassis als Basis einer sportlichen Karosserie zu benutzen, stieß dabei aber bei den Chefs von VW zunächst auf wenig Gegenliebe.
Er nahm daher Kontakt zu dem italienischen Designer Luigi Segre auf, der für „Carrozzeria Ghia“ tätig war, – der Karmann Ghia wurde geboren und 1955 auf der IAA vorgestellt.

Der Erfolg war umwerfend: Ein Auto, das mit seiner geringen Motorisierung von zunächst 30, später 34 und dann 44 PS sicher kein Sportwagen war, sah dennoch niedlich und sportlich zugleich aus.
Das damals revolutionäre Design des Karmann Ghia wirkt bis in Konstruktionen unserer Zeit nach, wurde aber nie mehr erreicht.

Der Karmann Ghia erschuf in Deutschland ein völlig neues Marktsegment: Entgegen der Intention seiner Erbauer wurde der Karmann Ghia als Zweitwagen für Frauen und Töchter zu einem Symbol des Wirtschaftswunders.
Frauen, die in den schweren Limousinen jener Zeit selten am Steuer saßen, zeigten mit einem Karmann Ghia, dass man es „geschafft“ hatte.
Zudem entsprachen die charmante Form aber auch die schwache und damit harmlose Motorisierung des Karmann Ghia letztlich dem Frauenbild jener Zeit, die uns heute fremd erscheint, aber durch den Karmann Ghia beinahe ebenso geprägt wurde wie durch den Käfer oder die wuchtigen Autos für den gehobenen Herrn..

Die Serienfabrikation des Karmann Ghia lief 1974 aus.
Noch heute erfreut sich das Fahrzeug einer immensen Beliebtheit.Nicht wenige Sammler und Liebhaber weltweit geben hohe Summen aus, um einen Karmann Ghia zu besitzen.