Wartburg

Der Industrieverband Fahrzeugbau – IFA – stellte im VEB Automobilwerk in Eisenach in der ehemaligen DDR im Zeitraum von 1956 bis 1991 Automobile mit dem Handelsnamen Wartburg her.

Ursprünglich wurde bereits zwischen 1898 und 1903 in der Fahrzeugfabrik Eisenach ein Wartburg-Motorwagen hergestellt. Die Fabrik gehörte ab 1928 zur BMW AG, dann ab 1946 zur sowjetischen Awtowelo und wurde 1952 in der ehemaligen DDR verstaatlicht.

In den Jahren von 1956 bis 1965 wurden die Wartburg-Typen 311, 313 und 1000 gefertigt. Der Wartburg 311 basierte seinerzeit auf dem DKW F9, während sich die Namensgebung auf die üblichen dreistelligen Nummern der produzierten BMWs aus dem Werk in Eisenach bezog. Von 1965 bis 1966 überbrückte der Wartburg 312 die kurze Zeitspanne, bis der Wartburg 353 produziert wurde. Von diesem wurden bis 1975 356.330 Exemplare hergestellt.

Da Großbritannien im Jahre 1974 den Export auf die Inseln beim Wartburg Knight wegen unzeitgemäßen Zweitaktmotors untersagte, konnte er nur noch auf dem europäischen Festland ausgeliefert werden. Ab 1975 wurde der 353 W mit fast 870.000 Stück produziert. Da auch in den wichtigen westeuropäischen Exportländern die Zahlen wegen unangemessener Motoren Jahr für Jahr zurückgingen, musste dringend eine Änderung her. Daher wurde der 353 W nur bis 1988 gebaut, bis er vom Wartburg 1.3 abgelöst wurde. Dieser wurde sodann auch mit einem Vierzylinder-Viertaktmotor ausgestattet, welcher von der Volkswagen AG entwickelt wurde. Es wurden hiervon knapp 153.700 Fahrzeuge hergestellt, bevor die Produktion am 10.04.1991 endgültig eingestellt wurde.