Wiedersehen der Rallye-Legenden

Zweite Auflage der ADAC Vorderpfalz Classic geht am 5. und 6. September an den Start

– Über 120 Teilnehmer-Teams mit Oldtimern der Baujahre 1930 und 1976

– Wiederbelebung eines legendären Motorsport-Events
Sie heißen Lancia Stratos, NSU TTS oder Renault Alpine A 110. Früher nahmen sie Straßenkuppen auch mal fliegend oder kamen quer durch die Serpentinen gekachelt. Früher, als es bei der Rallye Vorderpfalz noch auf Schnelligkeit ankam. Heute ist die ADAC Vorderpfalz Classic eine Gleichmäßigkeitsfahrt, und die jüngsten Autos im Starterfeld sind mindestens 26 Jahre alt. Am 5. und 6. September starten sie wieder zu ihrer 410-Kilometer-Tour auf den Spuren der historischen Rallye.

Gut, hier geht es um Oldtimer, aber eine Kaffefahrt ist

die ADAC Vorderpfalz Classic für die rund 120 Starterteams  nicht: An zwei Tagen lotst sie das Roadbook fast  410 Kilometer lang durch den Pfälzer Wald. Beinahe die Hälfte der Strecke – rund 180 Kilometer – besteht aus Wertungsprüfungen. Das heißt, dass die Distanz in der vorgegebenen Zeit zu durchfahren ist. Und zwar wirklich exakt: Für jede Zehntelsekunde Abweichung droht ein Strafpunkt. Noch drakonischer werden Geschwindigkeitsüberschreitungen geahndet: 10 Strafpunkte pro km/h. Soviel Disziplin muss sein, denn die ADAC Vorderpfalz Classic führt durch den öffentlichen Straßenverkehr.

Vor allem aber bietet sie oldtimerbegeisterten Zuschauern ein rollendes Automobil-Museum der besonderen Art: Wie auch bei der historischen Rallye Vorderpfalz, die von 1962 bis 1986 stattfand, ist Publikum am Straßenrand herzlich willkommen. Zu sehen gibt es agile Automobil-Klassiker aus sechs Jahrzehnten – natürlich kostenlos, wie es zur Tradition der Rallye Vorderpfalz gehört.

Einige Beispiele aus der Starterliste: Die beiden ältesten Automobile des Teilnehmerfelds sind ein Ford A von 1930 sowie ein BMW 315 Roadster von 1934. Zu den Sportwagen-Legenden der 50er Jahre zählen Starter-Fahrzeuge wie ein Austin Healey BN1 von 1954, Jaguar XK 140 von 1956 oder ein ganzes Rudel von Porsche 356 aller Bauserien. Und wer sich noch an die Rallye-Legenden der 60er und 70er Jahre erinnert, der freut sich am Anblick (und Sound) des kleinen, bösen NSU TTS, des keilförmigen Lancia Stratos oder eines superflachen Renault Alpine A 110.

Sie alle bewegen sich Anfang September auf vertrautem Asphalt: Zur Strecke der Gleichmäßigkeitsfahrt gehören  mehrere Original-Wertungsprüfungen der historischen Rallye, unter anderem Waldleiningen, Kalmit oder Heldenstein. Sie machten die Ra????­??????ÒA ?»llye Vorderpfalz in den 70er Jahren zu einem der spektakulärsten Motorsport-Ereignisse in Deutschland. Walter Röhrl, dreimaliger Sieger von einst und Teilnehmer bei der ersten Neuauflage im vergangenen Jahr, fasste es so zusammen: „Der Pfälzer Wald ist unglaublich, der Kurs ist einfach gewachsen, bergauf, bergab, schön geschwungen."

Nicht alle Starter werden sich freilich den hohen Rechenkünsten der konzentrierten Gleichmäßigkeitsfahrt aussetzen. Rund 15 von ihnen absolvieren die Veranstaltung als touristische Ausfahrt durch den Pfälzer Wald. Ohne Sonderaufgaben kommen aber auch sie nicht ins Ziel: Mit Abstands- und Gatterfahren müssen sie ihre Wertungspunkte sammeln.

Die Vorderpfalz Classic soll ebenso wie ihr historisches Vorbild eine anspruchsvolle Rallye sein, gemacht von Motorsport-Liebhabern für Gleichgesinnte: Deshalb zählt etwa Wulf Biebinger, der Deutsche Rallyemeister 1968, zum Organisationsteam. Und aus dem gleichen Grund finden sich unter den Teilnehmern große Namen wie Jochi Kleint und Gunter Wanger, die beiden Rallye-Europameister von 1979. Ebenfalls am Start: Helmut Bein, Deutscher Rallyemeister 1967 und 1970, und Reinhard Hainbach, der den gleichen Titel in den Jahren 1978 und 1979 trug.

Zudem tragen 150 freiwillige Helfer zum Erfolg der 2. ADAC Vorderpfalz Classic bei: Sie gehören zu den Veranstalter-Clubs AMC Ludwigshafen und AC Maikammer, den befreundeten ADAC Ortsclubs Ramberg und Haßloch sowie den Feuerwehren von Maikammer und St. Martin. In Maikammer (Marktplatz) durchfahren die Starter am Freitag Abend ab 18.15 Uhr das Vorziel der ersten Etappe, in St. Martin absolvieren sie am Samstag nachmittag ab 15.30 Uhr einen Zuschauer-Rundkurs.

Weitere für Zuschauer besonders sehenswerte Rallye-Stationen:

Freitag, 5. September

– Ab 11.00 Uhr, Maikammer, Bürgerhaus: Vorstart

– Ab ca. 13.00 Uhr, Totenkopf/Abzweig Kalmit: Gleichmäßigkeitsprüfung

– Ab ca. 13.30 Uhr, Rotsteig Lindenberg – Wachenheim, nach Kurpfalz-Park: Gleichmäßigkeitsprüfung

– Ab ca. 14.00 Uhr, Bad Dürkheim/Spielbank: Durchfahrtskontrolle mit Moderation

– Ab ca. 14.30 Uhr, Burg Altleiningen: Durchfahrtskontrolle

– Ab ca. 17.45 Uhr: Breitenstein/Abzweigung Kalmit: Gleichmäßigkeitsprüfung

Samstag, 6. September

– Ab ca. 10.15 Uhr, Bad Bergzabern/Schloß: Durchfahrtskontrolle mit Moderation

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