ZIS

Das ehemalige Stalinwerk, Sawod imeni Stalina (kurz: SIS oder ZIS) firmiert heute als Lichatschow-Werk unter der Bezeichnung Sawod imeni Lichatschowa (Übersetzung von Zavod imeni Lichačëva, kurz ZIL). Es liegt zu 90 % in russischem Staatsbesitz und stellt Limousinen, Busse und Lastkraftwagen in Moskau her.

Im Jahre 1916 wurde die AMO, die Moskauer Automobilgesellschaft, gegründet. Auf dem Werksgelände hätten Lastwagen des Unternehmens Fiat in Lizenz gebaut werden sollen. Der Erste Weltkrieg verhinderte dies aber, sodass die AMO sich zunächst auf eine Bauteil-Montage im Auftrage von Fiat beschränken musste.

Im Jahre 1924 bekam die AMO den Auftrag, den Fiat F-15 in Lizenz nachzubauen. Der AMO-F-15 genannte Lastkraftwagen war der erste in Serie gefertigte Lastwagen in der Ende 1922 frisch gegründeten Sowjetunion.

Die Umbenennung zum ZIS Stalin-Werk erfolgte 1931. Mitte der 1950er Jahre wurde der Name aberkannt und Stalin durch Lichatschow, der damalige Direktor der AMO, ersetzt. Von da ab wurde der Firmenname ZIL Lichatschow-Werk geführt. Die Privatisierung im Jahre 1992 führte zur AMO-ZIL, Offene Moskauer AG Sawod imeni Lichatschowa.

Im Jahre 1939 sowie im Zeitraum 1958 bis 1962 beteiligte sich ZIL mit eigenen Konstruktionen am aktiv Rennsport.

Nach wie vor werden hauptsächlich Busse und Lastkraftwagen gefertigt. In Bulgarien und in China sind sogar ZIL-Lastkraftwagen in Lizenz gebaut worden. Auch Ungarn nutzt die Entwicklungen der ZIL AG. Caterpillar ist ein aktueller Geschäftspartner von ZIL. Die dortigen Motoren werden in die russischen Lastkraftwagen integriert.

Doch eine eigene Sparte für Limousinen ist auch heute noch vorhanden. Die Limousinen der Oberklasse wurden ausschließlich für die Landeselite gefertigt. Selbst in diesem Bereich ist der Einfluss der USA unübersehbar, da die Modelle sich der amerikanischen Optik der 1970er und 1980er Jahre und der starken Motorisierung offensichtlich angeglichen haben.